DJI Osmo Pocket 4P Review 2026: Lohnt sich die Dual-Kamera?
25.08.2026
Lesedauer: 11 min
DJI Osmo Pocket 4P im Review: Dual-Kamera, D-Log 2, 4K/240p, Stärken, Schwächen und Kaufberatung für Creator.

Kurzfazit
Die DJI Osmo Pocket 4P ist weder eine klassische Actioncam noch ein Ersatz für jede Systemkamera. Ihr Revier sind Vlogs, Reisen, Interviews und bewegte Aufnahmen, bei denen das Gepäck klein bleiben soll. Der wichtigste Fortschritt gegenüber der Pocket 4 sitzt oben auf dem Gimbal: Neben dem 20-mm-Weitwinkel mit 1-Zoll-Sensor arbeitet dort ein echtes 60-mm-Mitteltele mit eigenem 1/1,28-Zoll-Sensor. So wechselst du vom weiten Selfie-Bild zu einer natürlicheren Perspektive für Porträts oder Details, statt bloß digital in dasselbe Bild hineinzuschneiden.
In den unabhängigen Tests zeichnet sich ein klares Bild ab. Stabilisierung, Autofokus, Bedienung und 4K-Bildqualität kommen überwiegend sehr gut an. Der LOFIC-Sensor der Hauptkamera und D-Log 2 schaffen für diese Größe außergewöhnlich viel Reserve. Das Tele erweitert die Bildgestaltung spürbar, erreicht aber nicht denselben Dynamikumfang. Dazu kommen handfeste Grenzen: maximal 4K, nur 3K im nativen Hochformat, ein kleiner 2-Zoll-Bildschirm und eine nicht immer elegante manuelle Belichtung. Unterm Strich ist die Pocket 4P eine starke Spezialkamera, wenn du beide Brennweiten wirklich nutzt.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Zwei echte Perspektiven: 20 mm bei f/2,0 und 60 mm bei f/1,8 decken Vlogging, Umgebung, Interviews und Details besser ab als ein einzelnes Weitwinkel.
- Starke Hauptkamera: Der 1-Zoll-Sensor mit LOFIC und 10-Bit D-Log 2 bewahrt in kontrastreichen Szenen auffallend viele Licht- und Schatteninformationen.
- Tele mit Kompromiss: Die 60-mm-Kamera ist gestalterisch wertvoll, nutzt aber den kleineren 1/1,28-Zoll-Sensor und nur D-Log statt D-Log 2.
- Creator-tauglicher Workflow: 103 GB nutzbarer interner Speicher, microSD, HEVC, bis zu 180 Mbit/s und USB-C erleichtern den mobilen Dreh und anschließenden Schnitt.
- Klare Auflösungsgrenze: Maximal 4K und 3K im Hochformat sind für Social Video meist ausreichend, lassen aber weniger Raum für starke Ausschnittsvergrößerungen als 6K oder 8K.
Einordnung und Neuerungen
DJI stellte die Osmo Pocket 4P im Mai 2026 in Cannes vor und brachte sie am 30. Juli 2026 regulär in den Handel. Die deutsche Produktseite von DJI beschreibt sie als Pocket-Gimbal-Kamera mit Dual-Objektiv, 3-Achsen-Stabilisierung und ActiveTrack 8.0. Gegenüber der kurz zuvor erschienenen Pocket 4 ist das zweite Kameramodul die entscheidende Abgrenzung. Die 4P ist mit 230 g und 159,5 × 63,3 × 33,5 mm größer und kopflastiger, bleibt aber erheblich kompakter als eine Systemkamera mit zwei Objektiven und separatem Gimbal.
Mit 20 mm bekommst du dich selbst, enge Räume und viel Umgebung ins Bild. Das 60-mm-Modul rückt Gesichter ruhiger und weniger verzerrt ins Zentrum und lässt bei Interviews mehr Abstand. Amateur Photographer hebt genau diese sauber getrennten Einsatzbereiche hervor. Weil beide Brennweiten eigene Sensoren und Objektive haben, ist der Wechsel optisch. Die Zwischenstufen bis zum beworbenen 12-fach-Zoom entstehen dagegen digital; mit jeder weiteren Vergrößerung schwindet erwartbar Detailqualität.
Kameras, Dynamikumfang und D-Log 2
Die Hauptkamera kombiniert einen 1-Zoll-CMOS-Sensor mit 20 mm Kleinbildäquivalent und Blende f/2,0. DJI nennt für unterstützte Modi bis zu 17 Blendenstufen Dynamikumfang. Diese Zahl sollte nicht isoliert gelesen werden. Im CineD-Labortest wurden bei 4K/25p, ISO 1600 und D-Log 2 an der Weitwinkelkamera 16 Blendenstufen bei einem Signal-Rausch-Verhältnis von 2 sowie 17,2 bei SNR 1 ermittelt. Im praxisnäheren Belichtungsspielraum waren solide 10 Stufen mit etwas Reserve in Richtung 11 nutzbar. Danach zeigten sich Grenzen des komprimierten 10-Bit-Codecs, darunter Posterisation und stärkeres Rauschen.
Für einen 1-Zoll-Sensor ist das bemerkenswert. Zur großen Cine-Kamera wird die Pocket 4P dadurch trotzdem nicht: Codec, Objektiv, Bedienung, Anschlüsse, Schärfentiefe und Produktionsumfeld bleiben grundverschieden. Der praktische Gewinn liegt woanders. Bei Gegenlicht, hellen Fenstern oder Nachtmotiven gibt dir D-Log 2 deutlich mehr Spielraum für die Farbkorrektur als typische kleine Vlogging-Kameras.
Die 60-mm-Kamera arbeitet mit einem 1/1,28-Zoll-Sensor und Blende f/1,8. Sie bietet D-Log, aber kein D-Log 2. CineD maß 11,6 Blendenstufen bei SNR 2 und acht Stufen Belichtungsspielraum. PetaPixel beschreibt die Hauptkamera deshalb als sichtbar stärker, besonders bei wenig Licht und hohen Kontrasten. Wenn du beide Perspektiven in derselben Sequenz mischst, kann eine sorgfältige Farbkorrektur nötig sein. Die Telekamera bleibt trotzdem mehr als ein Datenblatt-Zusatz: 60 mm sind für Interviews, Oberkörperporträts, Details und weniger aufdringliche Aufnahmen praktisch.
Video, Zeitlupe und Hochformat
Die Pocket 4P zeichnet regulär bis 4K/60p auf. In der Zeitlupe erreicht die 20-mm-Kamera 4K/240p, das Telemodul bis zu 4K/200p. Hohe Bildraten sind jedoch mit Einschränkungen verbunden: D-Log 2 steht bei 240p nicht zur Verfügung, und mehrere Tests berichten bei der maximalen Zeitlupe von weniger feinen Details und geringerem Tonwertumfang. Für viele Motive ist eine moderatere 4-fache Verlangsamung der bessere Kompromiss als die maximale 8-fache Zeitlupe.
Videos werden als MP4 mit HEVC-Kompression und bis zu 180 Mbit/s gespeichert. Hochkant nimmt die Kamera nativ bis 3K/60p auf. Das reicht für die meisten Social-Plattformen, ist aber eine echte Einschränkung, wenn du vertikales Material stark beschneiden oder in besonders hochauflösende Projekte einpassen willst. Auch die Beschränkung auf 4K insgesamt unterscheidet die DJI von Konkurrenten mit 6K oder 8K. Die Gegenleistung ist ein konzentrierter, vergleichsweise unkomplizierter 4K-Workflow.
Stabilisierung, Tracking und Bedienung
Gegenüber einem Smartphone oder einer nur elektronisch stabilisierten Actioncam bleibt der mechanische 3-Achsen-Gimbal der größte Vorteil. In den ausgewerteten Tests glättet er Gehbewegungen und ruhige Kamerafahrten sehr wirksam. Grobe Schritte oder abrupte Richtungswechsel kann auch er nicht wegzaubern, doch ohne separates Rig gelingen deutlich ruhigere Bewegungen.
ActiveTrack 8.0 folgt Personen und Motiven automatisch. Amateur Photographer bewertet Fokus und Tracking als schnell und zuverlässig, beobachtete in Menschenmengen aber gelegentliche Motivwechsel. Für Solo-Aufnahmen helfen Gestensteuerung und der optionale Remote-Controller. Der drehbare 2-Zoll-Touchscreen startet die Kamera schnell und wechselt zwischen Quer- und Hochformat, ist für eine kritische Schärfe- oder Belichtungskontrolle aber klein.
Die Bedienung ist im Automatikbetrieb weitgehend ausgereift. Wer manuell belichtet, trifft eher auf Reibung. PetaPixel kritisiert umständliche manuelle Einstellungen und eine vollständige Belichtungsbeurteilung, die teilweise die Smartphone-App erfordert. Das ist gerade deshalb relevant, weil D-Log 2 ambitionierte Nutzer anspricht. Die Kamera verbindet also starke Bildreserven mit einer Oberfläche, die nicht in jedem Punkt wie ein professionelles Cinema-Werkzeug funktioniert.
Speicher, Audio und mobiler Workflow
Mit 103 GB nutzbarem internen Speicher kann die Pocket 4P auch ohne eingelegte Karte aufnehmen. Eine microSD-Karte bis 1 TB erweitert die Kapazität. Das reduziert das Risiko, einen Dreh wegen einer vergessenen Karte zu verlieren, ersetzt aber kein sauberes Datenmanagement: 4K-Dateien mit hoher Bitrate füllen den Speicher schnell. Für die Übertragung stehen USB-C und drahtlose Verbindungen zur Verfügung. TechRadar hebt den schnellen mobilen Workflow hervor, weist zugleich auf die fest eingebaute Batterie und spürbare Erwärmung in anspruchsvollen Modi hin.
Für Sprache und Vlogging ist die Einbindung drahtloser DJI-Mikrofone wichtig. Notebookcheck nennt Kompatibilität mit DJI Mic 2 und Mic 3, während das ursprüngliche DJI Mic nicht unterstützt wird. Das Vlog Combo kombiniert die Kamera mit Mikrofon, Fernsteuerung, Fülllicht und Griffzubehör. Ob sich das Paket lohnt, hängt davon ab, ob du diese Teile tatsächlich nutzt; für gelegentliche Reiseaufnahmen reicht das Standard Combo meist aus.
Was unabhängige Reviews gemeinsam sehen
Bei den Kernpunkten liegen die Reviews auffallend nah beieinander. Notebookcheck lobt Bildqualität, Stabilisierung, Bedienung und internen Speicher, nennt aber fehlendes 6K/8K, nur 3K im Hochformat und den fehlenden integrierten Remote-Bildschirm als Nachteile. Digital Camera World sieht in der zweiten Brennweite einen großen kreativen Gewinn, bemängelt jedoch den sichtbaren Sprung beim Wechsel durch den digitalen Zoombereich und die separat zu kaufende Fernsteuerung.
TechRadar sieht die Pocket 4P als besonders ausgereifte kompakte Vlogging-Kamera und bewertet die 4K-Qualität höher als die reine Auflösungszahl. Amateur Photographer bestätigt die gute Stabilisierung, den Autofokus und die praktische 60-mm-Perspektive, nennt aber Kopflastigkeit, den kleinen Bildschirm und Qualitätseinbußen bei maximaler Zeitlupe. PetaPixel ist kritischer: Die Hauptkamera überzeugt dort, während die Differenz zur Telekamera und die manuelle Bedienung den professionellen Anspruch relativieren. Zusammengenommen ergibt sich kein perfektes Werkzeug, aber eine sehr leistungsfähige Kamera mit klar benennbaren Grenzen.
Stärken und Schwächen
| Stärken | Schwächen |
|---|---|
| Zwei optische Brennweiten für deutlich mehr Gestaltungsspielraum | Telekamera mit geringerem Dynamikumfang und ohne D-Log 2 |
| Sehr hohe Reserven der 20-mm-Hauptkamera in D-Log 2 | Maximal 4K, im nativen Hochformat maximal 3K |
| Effektiver 3-Achsen-Gimbal und starkes Motiv-Tracking | Kleiner Bildschirm und teils umständliche manuelle Belichtung |
| 103 GB interner Speicher plus microSD | Kopflastiger Aufbau und ungeschützte Gimbal-Kameras im ausgeschalteten Zustand |
| Kompakter Gesamtaufbau und gutes Mikrofon-Ökosystem | Feste Batterie; anspruchsvolle Modi erzeugen spürbare Wärme |
Für wen lohnt sich die Pocket 4P?
Am besten passt sie zu Creatorn, die allein drehen und zwischen Selfie-Perspektive, Umgebung, Interview und Detail wechseln. Reisevideos, Reportagen, kurze Dokumentationen, Social Clips und mobile B-Roll profitieren von der Kombination aus Gimbal und zwei Brennweiten. Auch für kleine Produktionsteams kann sie eine diskrete Zweitkamera sein, insbesondere wenn D-Log 2 in einen bestehenden 10-Bit-Workflow eingebunden wird.
Weniger passend ist sie für Sport bei hohem Sturz- oder Wasserrisiko, für lange Drehs mit schnell wechselbaren Akkus oder für Produktionen, die zwingend 6K, 8K, RAW, große Anschlusspanels oder eine sehr präzise manuelle Bedienung verlangen. Besitzer einer Pocket 4 gewinnen vor allem durch das Telemodul und D-Log 2; ohne Bedarf an 60 mm ist der Aufpreis schwerer zu rechtfertigen. Von einer Pocket 3 ist der Sprung größer, aber auch hier sollte die tatsächliche Nutzung wichtiger sein als die Datenblattdifferenz.
Alternativen
Die Insta360 Luna Ultra ist der direkteste Konkurrent. Sie bietet ebenfalls 20 und 60 mm, setzt stärker auf 8K und einen abnehmbaren Remote-Bildschirm, kostet aber mehr. Die DJI Pocket 4 ist die günstigere Alternative mit nur einer Kamera. Die Pocket 3 bleibt interessant, wenn ein guter Preis, bewährtes Zubehör und 4K/120p wichtiger sind als D-Log 2 und Tele.
Wer den Bildausschnitt erst nach dem Dreh frei bestimmen möchte, verfolgt mit einer 360-Grad-Kamera ein anderes Konzept. Das Reframing schafft mehr Freiheit, bringt aber zusätzlichen Aufwand in der Nachbearbeitung. Die Pocket 4P legt den Bildausschnitt dagegen beim Dreh fest und liefert einen direkteren, klassischen Videoworkflow.
5K2K Compatibility Rating
5K2K Compatibility Rating: 8,4/10. Die Pocket 4P passt gut in moderne Creator-Workflows: 10-Bit D-Log 2, hohe 4K-Bitraten, 103 GB interner Speicher, microSD und schnelle USB-C-Übertragung sind eine starke Basis für Schnitt, Farbkorrektur und Ausgabe auf hochauflösenden Ultrawide-Monitoren. Auf einem 5K2K-Display bleibt neben einer 4K-Vorschau Platz für Timeline, Scopes und Medienverwaltung. Punkte verliert sie, weil sie selbst weder 5K noch 6K oder 8K aufzeichnet, das Telemodul einen anderen Log- und Dynamikcharakter hat und vertikales Video auf 3K begrenzt ist. Für einen effizienten 4K-Workflow ist sie sehr gut, für starkes Reframing oder auflösungsintensive Mastering-Reserven weniger geeignet.
Preis und Verfügbarkeit
Zum Marktstart kostete das Standard Combo in Deutschland 599 Euro, das Vlog Combo 689 Euro. Notebookcheck bestätigte 599 Euro für das Standardpaket. Der konkrete Straßenpreis kann sich kurzfristig ändern. Die im Backlog vorgegebene Amazon.de-Produktseite verweist auf die ASIN B0GKPH85VZ; für den Kauf solltest du Farbe und Lieferumfang vor Abschluss noch einmal im Angebot kontrollieren.
Bewertung und Fazit
Overall Rating: 8,7/10. Die hohe Wertung stützt sich auf die sehr gute 4K-Bildqualität, die wirksame mechanische Stabilisierung, den zuverlässigen Autofokus, zwei sinnvoll gewählte Brennweiten und den mobilen Speicher- und Audio-Workflow. Abzüge gibt es für die sichtbar schwächere Telekamera bei Dynamikumfang und Log-Profil, die 4K- beziehungsweise 3K-Grenzen, die fest eingebaute Batterie und Reibung bei manueller Belichtung.
Die DJI Osmo Pocket 4P empfiehlt sich vor allem dann, wenn du kompakt und allein arbeitest, aber eine echte Porträt- und Detailperspektive brauchst. Ihr größter Wert steckt nicht in der beworbenen Zahl von 17 Blendenstufen. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus außergewöhnlich starker Hauptkamera, nützlichem Telemodul und einem Gimbal, der kontrollierte Bewegung ohne großes Rig ermöglicht. Brauchst du maximale Auflösung oder eine vollständig homogene Bildcharakteristik zwischen beiden Kameras, gibt es passendere Werkzeuge.
FAQ zur DJI Osmo Pocket 4P
Was unterscheidet die Osmo Pocket 4P von der Pocket 4?
Die Pocket 4P ergänzt die 20-mm-Hauptkamera um eine separate 60-mm-Kamera und bietet an der Hauptkamera D-Log 2 mit LOFIC-Sensortechnik. Sie ist dafür größer, schwerer und teurer.
Nimmt die DJI Osmo Pocket 4P in 8K auf?
Nein. Die maximale Auflösung beträgt 4K. Die Hauptkamera erreicht in der Zeitlupe bis zu 240 Bilder pro Sekunde, wobei D-Log 2 dort nicht verfügbar ist.
Ist die 60-mm-Kamera nur digitaler Zoom?
Nein. Sie besitzt ein eigenes 60-mm-Objektiv und einen separaten 1/1,28-Zoll-Sensor. Weitere Zoomstufen bis zum beworbenen 12-fach-Wert arbeiten jedoch digital und verlieren mit zunehmender Vergrößerung an Qualität.
Wie viel internen Speicher hat die Pocket 4P?
Unabhängige Tests nennen 103 GB nutzbaren internen Speicher. Zusätzlich lassen sich microSD-Karten bis 1 TB verwenden.
Für wen lohnt sich das Vlog Combo?
Das Vlog Combo ist sinnvoll, wenn du Mikrofon, Fernsteuerung, Fülllicht und Stativzubehör regelmäßig nutzt. Wer hauptsächlich kurze Reise- oder Familienaufnahmen dreht, kommt meist mit dem Standard Combo aus.
Kaufen & weitere Informationen
Affiliate-Links können enthalten sein und beeinflussen die redaktionelle Einschätzung nicht.







